Für zwei Wochen mit Erasmus+ nach St. Etienne
Seit dem Sommer dieses Jahres
profitiert das Gymnasium Oesede vom Erasmus-Plus Programm. Erasmus ist ein Programm der Europäischen Union, welches Auslandsaufenthalte im Sinne von Projekten und Austauschen fördert, um persönliche Ziele sowie sozialen und europäischen Zusammenhalt zu stärken. Als ich davon erfuhr, ergriff ich gleich die Chance, besprach und plante mit Herrn Mertens, Frau Nykamp und Frau Denno meine Möglichkeiten und meine Reise. Da einer meiner Prüfungskurse Französisch ist, war es eine tolle Gelegenheit nach Frankreich zu reisen, um meine Sprache zu verbessern. Wir nahmen Kontakt zu einer Schule in Saint-Etienne, einer Stadt nahe Lyon, auf. Schon bald hatte ich eine Zusage, für zwei Wochen die Schule „Lycée Claude Fauriel“ in Saint Etienne besuchen und bei zwei verschiedenen Gastfamilien leben zu können.
Zeitnah ging es schon los für mich, wobei anzumerken ist, dass ich als erste Schülerin unserer Schule das Programm testete. Ich fuhr vom Osnabrücker Bahnhof mit dem Zug nach Saint Etienne. Um ehrlich zu sein, war ich sehr nervös, so lange auf mich allein gestellt zu sein, ohne Freunde und Familie in eine neue Umgebung, mit einer fremden Sprache und unter unbekannte Menschen zu gehen. Doch als ich ankam und von Beginn an freundlich in Empfang genommen wurde, verflog dieses Gefühl schnell wieder. Ich lebte mich gut ein und ging mit meiner Gastschwester zur Schule. Ich lernte so das französische Schulsystem und französische Gewohnheiten kennen.
Auch die Freundinnen meiner Gastschwester waren sehr nett und ich fühlte mich wohl. Wir unternahmen auch in unserer Freizeit etwas. Es ist wirklich interessant, einmal in das Leben von jemand anderem einzutauchen und deren Lebensrealität zu erleben. Ich erfuhr durch meine Gastfamilie auch mehr über den Ort, in dem sie leben, und wir besuchten eine alte Miene für Kohleabbau. Das war ein prägendes Erlebnis und man konnte sich zumindest ansatzweise vorstellen, wie es sein musste, dort zu arbeiten. An einem Tag fuhr ich auch alleine nach Lyon, das etwa 45 Minuten mit dem Zug von Saint Etienne entfernt liegt. Dort fuhr ich mit einer Seilbahn in ein Viertel auf einem Berg, wo man eine tolle Aussicht über Lyon hatte, besichtigte eine Kathedrale und ein Amphitheater. Danach schaute ich mir noch einige Geschäfte an. Es war ein toller Tag und es war schön, alles in seiner eigenen Zeit machen zu können.
Insgesamt kann ich sagen, dass diese Reise und die Erfahrungen, die ich in Frankreich machen durfte, wirklich bedeutend waren. Ich probierte viel neues Essen und tauschte mich auf Französisch, Englisch und Deutsch mit vielen anderen Menschen aus, die ich ohne dieses Programm wohl nie kennengelernt hätte. Hierbei durfte ich erfahren, wie herzlich man aufgenommen werden kann und verstand, wie z. B. das französische Schulsystem funktioniert und welche Gewohnheiten es dort gibt.
Außerdem war ich mutig genug, diese Reise alleine anzutreten und das hat mich langanhaltend geprägt. Auf sich selbst zu vertrauen und trotz Nervosität ins Ungewisse zu gehen, seine Grenzen zu überschreiten und seinen Horizont zu erweitern, ist eine besondere Erfahrung, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Mir wurde zudem noch einmal deutlich, wie gleich wir Menschen doch sind, egal wo wir leben, wie wir aussehen, an was wir glauben etc. kann. Mir wurde auch bewusst was es bedeutet, in der EU zu leben: es bedeutet Freiheiten zu haben, über Staatsgrenzen hinaus zu denken, Zusammenhalt zu spüren und die Möglichkeit zu haben, zu reisen, wohin man möchte. Dafür bin ich dankbar, freue mich sehr Teil des Erasmus-Plus Programms zu sein und kann nur jeden ermutigen, seine eigenen Erlebnisse zu erschaffen.
Text: Larissa Hell
Foto: Larissa Hell

