Es geht um die Wurst! – Chemieunterricht einmal anders

Fleischwurst oder vegetarische Alternative? Achtklässler des Gymnasiums Oesede gingen im Schülerlabor der Universität Osnabrück einer alltäglichen Frage mit wissenschaftlichen Methoden auf den Grund.
Was schmeckt besser: klassische Fleischwurst oder eine vegetarische Alternative? Und lässt sich der Unterschied überhaupt am Geschmack erkennen? Viele sind überzeugt, beide Produkte problemlos unterscheiden zu können. Doch wie sieht es mit den Inhaltsstoffen aus? Was steckt wirklich in der Wurst?
Diesen Fragen gingen Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs des Gymnasiums Oesede im GreenLab_OS, dem Schülerlabor der Universität Osnabrück, nach, das vom 7. bis zum 9. Oktober in unserer Schule war. Einen ganzen Tag lang wurden sie selbst zu Forscherinnen und Forschern und untersuchten verschiedene Wurstproben auf ihre chemische Zusammensetzung, Nährstoffe und Zusatzstoffe.
Das Besondere dabei: Zwei Klassen, zwei unterschiedliche Wege zum Erkenntnisgewinn. Während eine Klasse mit klassischen chemischen Experimenten versuchte, den Inhaltsstoffen der Wurst auf die Spur zu kommen, stellte sich eine zweite Klasse derselben Herausforderung in Form eines Escape-Games. Hier mussten die Jugendlichen spielerisch Rätsel lösen, Hinweise entschlüsseln und ihr chemisches Wissen einsetzen, um dem Geheimnis der Wurst auf die Spur zu kommen.
Dabei ging es um weit mehr als die Frage, welche Wurst besser schmeckt. Die Schülerinnen und Schüler lernten, Lebensmittel kritisch zu untersuchen, Versuchsergebnisse auszuwerten und sich auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse ein eigenes Urteil zu bilden. Gerade angesichts des wachsenden Angebots an Fleischersatzprodukten sind dies wichtige Fähigkeiten für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln.
Betreut wurden die Nachwuchsforscherinnen und -forscher von Lena Stolte, Jan Schröder, Sabrina Janßen, Lucy Fellhölter und Liam Whittler aus dem Team der Universität Osnabrück. Doch nicht nur die Schülerinnen und Schüler forschten an diesem Tag: Auch die Studierenden und Promovierenden nutzten die Gelegenheit für eine wissenschaftliche Untersuchung. Sie verglichen die Wirksamkeit der beiden didaktischen Ansätze und gingen der Frage nach, ob sich chemische Zusammenhänge durch klassische Experimente oder durch spielerische Lernformen besonders gut vermitteln lassen.
So wurde das Angebot des GreenLab gleich in doppelter Hinsicht zu einem Forschungstag – und zeigte eindrucksvoll, dass Chemie nicht nur im Schulbuch stattfindet, sondern jede Menge mit unserem Alltag zu tun hat.
Text: Raphael Wamhof
Fotos: Raphael Wamhof





















