Gretas und Emmas Praktikum in einer Biobäckerei in Frankreich

Im Rahmen des Erasmus+-Programms hatten wir die Möglichkeit, ein Praktikum in Frankreich zu absolvieren. Dafür waren wir in Cabriès nahe Marseille in der Bio-Bäckerei „Le Pain de Levain“ in Plan de Campagne. Dort haben wir vor allem im Verkauf mitgeholfen. Wir durften Kunden bedienen und verschiedene Produkte verkaufen. Außerdem waren wir im Kiosk der Bäckerei tätig und haben des Öfteren auf einem Markt gearbeitet, wo wir beim Bedienen der Kunden sowie beim Auf- und Abbauen des Standes geholfen haben. Zudem konnten wir viel in der Produktion beobachten und durften auch selbst mitwirken, beispielsweise bei der Herstellung von Cookies.
Die Bäckerei lag für uns sehr praktisch, da man von dort aus mit dem Bus in ungefähr 30 Minuten nach Marseille und Aix-en-Provence, den beiden nächstgrößeren Städten, fahren konnte.
Besonders gut hat uns die Atmosphäre bei der Arbeit gefallen. Die Mitarbeiter waren sehr nett, offen und freundlich. Insbesondere mit dem Chef Emmanuel und Théo, mit denen wir immer gemeinsam gearbeitet haben, haben wir uns sehr gut verstanden. Oft wurden wir den Kunden vorgestellt, wodurch eine familiäre Stimmung entstand und wir uns schnell wohlfühlten.
Auch der Markt hat bei uns einen positiven Eindruck hinterlassen. Die Stimmung vor Ort war entspannt und harmonisch. Die Verkäufer haben sich viel untereinander, aber auch mit uns unterhalten. Es war interessant zu sehen, wie so ein Markt in Frankreich im Vergleich zu Deutschland abläuft. Zum Beispiel wurden Senioren, Menschen mit Beeinträchtigungen und Familien mit kleinen Kindern bereits 15 Minuten vor dem eigentlichen Beginn des Marktes hereingelassen. Vor dem Eingang stand ein Sicherheitsdienst, der dies genau regelte.
Auch die Produkte in der Bäckerei waren sehr lecker. Es gab Brot, Baguette und süße Spezialitäten wie Cookies oder Brioche. Es wurde sogar das deutsche „Sechs-Korn-Brot“ verkauft, welches bei den Kunden sehr beliebt war. Am Ende des Tages durften wir uns immer etwas von den übrig gebliebenen Backwaren aussuchen. Diese aßen wir dann meistens abends oder am nächsten Morgen.
Wir haben uns für das Praktikum entschieden, da wir die Chance nutzen wollten, zwei Wochen in einem anderen Land zu leben und neue Erfahrungen zu sammeln. Im Voraus hatten wir bereits an zwei anderen Austauschprogrammen in Frankreich teilgenommen und fanden es damals schon spannend, eine andere Kultur kennenzulernen und Französisch außerhalb des Unterrichts zu sprechen.
Natürlich war auch die französische Sprache ein wichtiger Teil unseres Praktikums. Am Anfang war es teilweise schwierig, mit den Kunden und Mitarbeitern zu sprechen, da der Akzent in dieser Gegend sehr ausgeprägt war. Mit der Zeit wurden wir beim Sprechen jedoch immer sicherer, selbstbewusster und spontaner. Dadurch sind wir auch gegenüber den Kunden offener geworden und sind selbstständig auf sie zugegangen, um sie zu bedienen.
Auch unsere Unterkunft hat uns sehr gut gefallen. Sie lag in der Nähe eines Waldes, eines Sees und einer Tennisanlage. Dort sind wir abends oft spazieren gegangen, nachdem sich die Temperaturen etwas abgekühlt hatten. Außerdem verfügte unser Hotel über einen großen Pool, den wir aufgrund der Temperaturen von 30 bis 34 Grad nahezu jeden Tag genutzt haben.
Insgesamt war unser Erasmus+-Praktikum in Frankreich eine bereichernde Erfahrung. Wir haben neue Menschen kennengelernt, viel Französisch gesprochen und einen Einblick in die Arbeitswelt in Frankreich bekommen. Besonders die freundlichen Mitarbeiter und die entspannte Atmosphäre in der Bäckerei sorgten dafür, dass wir uns sehr wohlfühlten. Deshalb empfehlen wir ein Auslandspraktikum in jedem Fall weiter. Es ist eine hervorragende Möglichkeit, selbstständiger und unabhängiger zu werden, eine andere Kultur kennenzulernen und eine neue Sprache im Alltag anzuwenden.
Text: E. Harder, G. Rose
Fotos: E. Harder, G. Rose




