OLMUN 2026 – zwischen Debatten und internationalen Begegnungen

Wie fühlt es sich an, als Delegierte oder Delegierter eines fremden Landes in den Vereinten Nationen zu verhandeln? Dieser Frage gingen 15 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Oesede vom 16. bis 19. Juni 2026 bei der Oldenburg Model United Nations (OLMUN) nach. Gemeinsam mit mehr als 700 Jugendlichen aus zahlreichen Ländern nahmen sie an Europas größter englischsprachiger UN-Simulation teil und erlebten vier intensive Tage voller Debatten, Teamarbeit und internationalem Austausch.. Dieses Jahr wurden unserer Schule beispielsweise die Delegationen von Finnland, Island und Ruanda zugeteilt.

Den feierlichen Auftakt bildete die traditionelle ,,Opening Ceremony“, bei der wir zunächst einen Überblick über die organisatorischen Abläufe und Regeln der Debatten erhielten. Anschließend hatten ein paar Delegierte die Möglichkeit, in Reden das erste Mal ihre Positionen darzustellen. Zusätzlich gab es mehrere Gastredner wie den Ministerpräsidenten Olaf Lies sowie die stellvertretende Bürgermeisterin Oldenburgs.

In den folgenden Tagen arbeiteten die Delegierten in insgesamt 13 verschiedenen „Committees“ an aktuellen globalen Herausforderungen. Die Themen reichten z. B. von der Verbesserung der Unterstützungssysteme für ältere Menschen über den Wiederaufbau des Vertrauens in die Wissenschaft bis hin zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Wirtschaft.

Im weiteren Verlauf der Konferenz hatten die Teilnehmenden dann die Aufgabe, mit anderen Delegierten zusammenzuarbeiten, in Reden eigene Interessen zu vertreten und zum Schluss Lösungsvorschläge, sogenannte „Resolutions“, zu erstellen. Diese wurden anschließend im Plenum vorgestellt, diskutiert und durch Änderungsanträge weiterentwickelt.

Das Besondere an OLMUN ist, dass jede/r Delegierte während des Komitees immer die Interessen des Landes vertreten muss, welches man selber repräsentiert, und nicht seine eigene Meinung. Dies erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den politischen Zielen des zugeteilten Landes. Dementsprechend muss man versuchen, Koalitionen mit anderen Ländern zu schließen, welche ähnliche Interessen verfolgen. Dabei kann es auch zu Interessenskonflikten kommen, die es diplomatisch zu lösen gilt.

Natürlich hat man zwischendurch auch genug Zeit, um neue Kontakte zu knüpfen, in der Gruppe etwas zu unternehmen und gemeinsam Spaß zu haben. Beispielsweise fand am ersten Abend ein Grillfest statt, bei dem man die anderen TeilnehmerInnen zum ersten Mal außerhalb der Komitees kennenlernen konnte. In den nächsten Tagen wurden weitere Aktionen veranstaltet, wie zum Beispiel gemeinsames Volleyballspielen und am letzten Abend gab es eine Abschlussparty.

Kommentare zur diesjährigen OLMUN:

M. Haunhorst (10K2): Für mich war die OLMUN-Zeit eine ganz besondere. Das Programm bietet die Möglichkeit sich Prozesse, wie sie bei echten UN-Konferenzen ablaufen, anzuschauen und sich dabei mit politischen Themen genauer auseinanderzusetzen. Ich selbst war dieses Jahr im „GA 1st“ Komitee und habe über den Einsatz von privaten Militärunternehmen debattiert. Das war echt spannend, vor allem weil ich vorher noch nicht so genau darüber Bescheid wusste, wie solche Unternehmen funktionieren, und nun kenne ich mich deutlich besser damit aus. Was mir auch gefallen hat, ist die Balance zwischen Freizeitaktivitäten und den Konferenzen an sich. Jeden Abend gibt es ein gemeinsames Spaßprogramm, wo man die Möglichkeit hat, andere Teilnehmende kennenzulernen. Somit lohnt es sich also, an OLMUN teilzunehmen, weil man Teil einer Gemeinschaft sein kann und nebenbei viele neue Fähigkeiten und Freunde dazugewinnt.

J. Heuer (10K2): OLMUN war eine spannende und bereichernde Erfahrung für mich. Ich war beispielsweise im Komitee „United Nations Environment Programme“ und habe mich dort mit Abfall-Management-Systemen auseinandergesetzt. Es war sehr interessant und ich habe viel dazugelernt. Außerdem habe ich viele neue, internationale Freundschaften geschlossen, wie zum Beispiel mit meiner Sitznachbarin, die aus Luxemburg angereist war. Trotz des offiziellen Rahmens gab es auch lustige Momente, beispielsweise als ein paar der Teilnehmer ,,Delegates“ als Strafe Karaoke singen mussten, da sie bestimmte Regeln wie die Kleiderordnung nicht beachtet haben. Abschließend kann ich sagen, dass mir OLMUN sehr viel Spaß gemacht hat und ich es auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

M. Nikutta (10K1): Ich finde, dass OLMUN eine tolle Gelegenheit bietet, diplomatische Prozesse aus erster Hand kennenzulernen und die Mechanismen internationaler politischer Zusammenarbeit zu verstehen. Außerdem finde ich es sehr interessant, wenn man nicht immer die eigene Meinung repräsentiert, sondern hierbei die Chance hat, durch sein zugeteiltes Land, auch mal andere Perspektiven widerzuspiegeln. Die Konferenzen fördern aber nicht nur politisches Verständnis, sondern auch wichtige Kompetenzen wie Selbstbewusstsein, Respekt gegenüber anderen Meinungen, Einfühlungsvermögen und Teamfähigkeit. Überdies lernt man in der Woche viele verschiedene Menschen kennen, teilweise auch aus anderen Ländern, und hat so die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen. Insgesamt kann ich daher jedem/r politisch Interessierten eine Teilnahme an OLMUN empfehlen, weil ich persönlich viele wertvolle Erfahrungen sammeln konnte.

Vier Tage voller Diskussionen, internationaler Begegnungen und neuer Erfahrungen haben gezeigt: OLMUN ist weit mehr als ein Planspiel. Die Konferenz vermittelt nicht nur Einblicke in die Arbeit der Vereinten Nationen, sondern stärkt auch Sprachkompetenz, Teamfähigkeit und interkulturelles Verständnis – Erfahrungen, die weit über die Konferenztage hinaus in Erinnerung bleiben.

Text: M. Nikutta, N. Denno

Fotos: N. Denno